Zur Ausstellung 10 x Kunst in Schwetzingen:

Aus der Schwetzinger Zeitung vom 13.08.08 von Sibylle M. Derr:

Wenn der Wind pustet, baumeln Rüdiger Krenkels „Wirbelblumen“ über den Köpfen der Passanten am Eck von Carl-Theodor-Straße und Kleinen Planken am lustigsten, wie schnurrige Propeller.
„Die kleinste Bewegung ist für die Natur von Bedeutung“, wusste schon Blaise Pascal. „Das ganze Meer verändert sich, wenn ein Stein hinein geworfen wird“.
Über 300 Jahre sind vergangen, seit der Erfinder des Pascalschen Dreiecks diese Worte zu Papier brachte.
GLANZVOLLE REFLEXE

Von ihrer Bedeutung haben sie nichts verloren und vermögen sogar auf unglaubliche Weise das Wesen von Rüdiger Krenkels „Wirbelblumen“ zu erklären. Den sobald diese mit Polypropylenfäden umwickelten Drahtgestelle im Wind vor sich hinbaumeln, entfalten sie erst ihre volle Schönheit, das Tages- und Sonnenlicht setzt auf ihnen glanzvolle Reflexe.
Es ist gerade so, als wolle der Bildhauer die Gesetze der Schwerkraft aushebeln. Er spielt mit Masse und Immaterialität, dem Reitz changierender Effekte und ist im Grunde doch so etwas wie ein Schöpfer parallel zur Natur, der ähnlich wie Pascal deren Bauplan kennt.
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KUNST IM SPANNUNGSFELD
Zum Leidwesen des Künstlers wird seinen Plastiken immer das rein Ästhetische angedichtet. Krenkels aus seriellen Elementen zusammengesetzte Skulpturen, die das Wachstum der Natur in die Plastik oder Großskulptur übertragen, entspringen organischen Formen und bewegen sich im Spannungsverhältnis von Labilität und Stabilität. ...