Seit der Romantik um 1800, vor allem seit dem Roman von Novalis „Heinrich von Ofterdingen“, steht dieses Motiv für die Romantik schlechthin. Ursprünglich eine Zauberblume, die als „Vergissmeinnicht“ in der Schatzsage blüht, besaß sie magische Kräfte und konnte dem Finder goldene Schätze eröffnen und/oder einen Liebeszauber bewirken, der dem Finder ein Schätzchen bescherte. Die blaue Blume der Romantik wurde jedoch von dieser Grundbedeutung gelöst und erhob sich zum Metasymbol einer Epoche, die in einem pantheistischen Naturgefühl und der Verklärung der „Guten alten Zeit“ eine Antwort auf die Moderne und das Industriezeitalter suchte.

Die von Hand gebogenen und archaisch anmutenden „Wirbelblumen“ des Rüdiger Krenkel sind keine High-tech-Konstruktionen zur computergesteuerten Nutzung von Windenergie, sondern eher an der natürlichen Kraft des Windes interessierte Modelle. In diesem Sinne sind sie romantisch, als eine durchaus regressive Antwort auf unsere so moderne Computerwelt, die längst das mechanische Zeitalter abgelöst hat.

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